Breathwork-Header-dick Yoga oder Breathwork?

 

Liebe Lena, jetzt musst Du Dich entscheiden…

wählst Du das trendige Breathwork, das mit seiner kraftvollen Wirkung alle Übenden begeistert, oder bleibst Du bei Deiner bodenständigen Variante des Yoga, das Dich seit vielen Jahren trägt und hält?

So hätte Susi von der uralten Fernsehsendung Herzblatt vielleicht versucht, mir die Wahl zwischen Yoga und Breathwork zu vereinfachen. Aber: Ich will (und muss) mich gar nicht entscheiden!

 

Breathwork im Yoga

Pranayama, also das Lenken der Lebensenergie mit Hilfe des Atems, kommt schon in ganz alten Yogaschriften vor, sogar früher als die Asanas. Es ist also schon sehr lange ein fixer Bestandteil im Yoga. Manche Yogalehrer:innen behaupten, man darf Asanas und Pranayama nicht kombinieren, andere wiederum behaupten das Gegenteil: Man muss die Asanas mit bestimmten Pranayamas üben, weil sie sonst nicht wirken. Ich persönlich bin da wie immer der Meinung, dass das jede:r für sich ausprobieren muss. 

Als ich mit 12 Jahren Gesangsunterricht erhalten habe, bin ich das erste Mal mit Atemübungen in Kontakt gekommen und mein Zwerchfell hat dadurch gutes Training erhalten. Viele Jahre später bin ich im Yogakurs an Hund und Held II allerdings schier verzweifelt! Ich war so unfit und es ging mir zu der Zeit so schlecht, dass ich diese zwei Asanas nicht mehr als Sekunden halten konnte. Wie sehr habe ich mich da über die Pranayamas gefreut! Diese konnte ich zumindest mitmachen, ohne früher abzubrechen! Für alle, die gerade an einem ähnlichen Punkt sind wie ich damals: Es wird besser, bleibt in Eurem Tempo dran!

 

Ein Match

Seit dieser Anfangszeit sind Yoga und Atem für mich eine fixe Verbindung. Meine erste Yogalehrer:innen-Ausbildung habe ich im Triyoga absolviert. Das “tri” in Triyoga steht für drei Säulen: Asanas, Mudras und… Atem. Jede Bewegung wird in diesem Yogastil mit dem Atem koordiniert, er ist also wirklich sehr präsent.

Mein erster fortlaufender Yogakurs war für Freitaucher:innen, also ein Vorläufer meines aktuellen Formats “Yoga und Breathwork”. Freitaucher:innen (Apnoetaucher:innen) bereiten sich mit Asanas und Pranayama auf ihre Tauchgänge vor. So können sie länger die Luft anhalten, wenn sie mit einem Atemzug möglichst tief, weit oder lang tauchen.

Ich wollte immer mehr über das Thema Breathwork wissen. Je mehr ich darüber lerne, desto enger sehe ich Yoga und den Atem miteinander verknüpft. Die Asanas bereiten Körper und Geist auf die Atemübungen vor. Wenn der Körper im Fluss und der Geist bereit ist, kann Pranayama wirken. Pranayama kann beim Üben der Asanas unterstützen. Die Asanas unterstützen wiederum die Atem(hilfs)muskulatur… 

Vielleicht sollte Susi also lieber sagen: Liebe Lena, Du musst Dich nicht entscheiden! Atme lieber einmal tief durch…

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