Wo die Stränge zusammenführen…

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Foto-Website Wo die Stränge zusammenführen...

 

Als Taucherin muss ich regelmäßig zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung. Dabei schaut der Arzt in meine Ohren, macht einen Ultraschall der Organe und der Halsschlagader, ein EKG und meine Lunge wird getestet. In den letzten Jahren konnte ich beobachten, dass vor allem die Lungenwerte besser geworden sind (von 83% bei der Untersuchung 2008 auf 110% 2024). Das hat mich angespornt, 2026 mein Yoga- und Breathworkwissen einzusetzen und daran zu arbeiten, die bestmöglichen Ergebnisse zu erhalten.

 

Meine Morgenroutine

Vielleicht zuerst ein Wort zu meiner Morgenroutine: Ich mag keinen Druck. Ich habe also keine bestimmte Routine, an die ich mich täglich halte. Wann auch immer es geht, setze ich mich morgens auf die Yogamatte und spüre, wonach meinem Körper ist. Manchmal ist das nur Atmen, manchmal Mobilisationsübungen, manchmal Hanteltraining, manchmal eine intensivere Yogapraxis und Meditation. Ich gehe gut gelaunt, traurig, frustriert, froh, entspannt, lustlos, … auf die Matte. Wenn ich krank bin oder meine Praxis mich mehr stressen würde, als sie mir nützt, mache ich Pause.

 

Die Übungen

In der Vorbereitung auf die Spirometrie (dabei wird das Lungenvolumen gemessen) habe ich den Teil mit den Atemübungen intensiviert. Für die Spirometrie ist es wichtig, dass sich der Brustkorb und das Zwerchfell gut bewegen können. Daher habe ich Bhastrika (= Blasbalgatmung) geübt und meinen Oberkörper in alle Richtungen gedehnt und gekräftigt. Für das Zwerchfell ist Kapalabhati (= Stoßatmung) meine Lieblingsübung. Das Zwerchfell hüpft danach beim Lachen ganz locker mit, das fühlt sich ganz wunderbar an.

 

Das Neue

Was die Spirometrie nicht überprüft, ist, wie viel Sauerstoff z.B. in den Muskel- und Gehirnzellen landet. Da ich seit mehreren Jahren weiß, dass das nur geschehen kann, wenn genug CO2 im Blut ist, dürfen Übungen zum Unteratmen nicht fehlen. Damit trainiert man die CO2-Toleranz und gleichzeitig gibt man dem Körper das Signal, mehr rote Blutkörperchen zu produzieren. Während der Vorbereitung ist mir also eingefallen, dass es ja auch ein Ziel sein könnte, bei der Blutabnahme im Rahmen der Tauchtauglichkeitsuntersuchung mehr davon zu haben.

 

Der Mehrwert

Als Yogalehrerin lässt sich Social Media heute kaum noch ausklammern. Ich gestalte sehr gerne Beiträge dafür und bemühe mich sehr, einen authentischen Einblick in meine Arbeit zu geben. So war es naheliegend, meine Vorbereitung auch bis zu einem gewissen Grad für Instagram zu dokumentieren. Damit habe ich 54 Tage für der Untersuchung begonnen – zufällig die Hälfte von 108, der heiligen Zahl im Buddhismus und Hinduismus? 

 

Der Kopf

Aber man kann sich schon denken, was es bewirkt, 54 Tage Countdown, immer wieder posten… Ja genau: Druck. Ich habe also ca. 40 Videos mit viel Breathwork-Mehrwert geplant, aber schon damit gerechnet, dass ich es nicht durchziehen werde, regelmäßig zu posten. Genauso war es auch – manchmal kommt das Leben dazwischen und das ist wohl auch gut so. 

 

Die Erwartung

Nach vielen Stunden Yoga und Breathwork auf dem Balkon und vor dem Einschlafen im Bett wurde mir immer klarer, dass die Spirometrie nur eine Momentaufnahme werden würde und ich nicht zu viel erwarten sollte. Sie ist abhängig von der Tagesverfassung, und dann darf ich vor dem Termin wegen der Blutabnahme nichts essen. Außerdem gibt es auch einfach anatomische Grenzen und mein hypermobiler Körper ist einfach von vornherein sehr beweglich. Wer weiß, vielleicht ist das Ergebnis also gar nicht besser als 2024?

 

Die Untersuchung

Tatsächlich hat mein Kreislauf aufgrund des fehlenden Frühstücks nicht recht mitgespielt. Da ich schon zwei Jahre keine Spirometrie mehr gemacht habe, wusste ich nicht mehr genau, wie ich atmen sollte. Die Angaben, die ich erhalten habe, waren ungenau (Also nicht schneller atmen? Nein, nicht schneller. (Lena atmet langsam.) Atmen Sie schneller!) und der Wert ganz leicht unter dem von 2024. Also durfte ich noch einmal. Da war das Ergebnis zu hoch. Also ein drittes Mal. Dann war es wieder ungefähr wie 2024. Der Arzt hat mir erklärt, dass es darum geht, mehr als 70% zu erreichen. Alles, was darunter ist, würde bedeuten, dass man etwas tun muss. Na dann bin ich mit meinen 110% mal zufrieden! 

 

Die Überraschung

Am Abend kamen dann schon die Laborergebnisse der Blutuntersuchung in meinen Posteingang geflattert. Ich muss mich da zuerst immer ein bisschen zurechtfinden, aber dann hab ich recht schnell gefunden, was ich gesucht hatte: Die Anzahl der roten Blutkörperchen ist an der oberen Grenze des wünschenswerten Bereichs. Also habe ich gleich die Werte von 2024 herausgesucht und festgestellt, dass man hier einen deutlichen Unterschied sehen kann: Hier hat sich also wirklich was getan!

 

Die Erkenntnis

Die Vorbereitung mit dem Fokus auf den Atem hat sich auf jeden Fall ausgezahlt, ganz unabhängig von den Werten. Aber das mit den roten Blutkörperchen freut mich doch sehr. Für mich als Yogalehrerin, die jahrelang überatmet hat, weil es in vielen Yogastilen Gang und Gäbe ist, ist es ein großer Erfolg, da gegensteuern zu können und zu einer natürlichen Atmung zurück zu finden. Ich merke auch einen deutlichen Unterschied im Alltag!
Und jetzt freue ich mich sehr, das weiterhin in meinen Yogastunden zu unterrichten, die Sensibilität dafür in den Ausbildungen für Yogalehrende zu schärfen und selbst wieder ohne Druck zu praktizieren. 

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