Meine Breathwork-Reise

Meine Breathwork-Reise

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… oder wie es zu 83% Vitalkapazität kam und ich diese auf 110% steigern konnte. Vitalkapazität ist – einfach gesagt – die Menge an Luft, die die Lunge auf einmal verarbeiten kann. Obwohl sich dieser Wert mit dem Älterwerden normalerweise verschlechtert, konnte ich ihn in den letzten Jahren dank Atemübungen aus dem Yoga verbessern. 

 

Mein Einstieg

Aber mal zum Anfang: Meine ersten Erfahrungen mit bewusster Atmung habe ich mit 13 Jahren gemacht, als ich bei einer wunderbaren Gesangslehrerin in der Schule Unterricht nehmen durfte. Ich habe von ihr z.B. gelernt, wie ich mein Zwerchfell trainieren kann (ich denke oft an sie, wenn ich Kapalabhati übe). Als ich 16 oder 17 war, hatte ich eine Lungenentzündung. Ich vermute, dass mich die Auswirkungen sehr lange begleitet haben – zumindest war ich bis kurz davor fit wie ein Turnschuh und bin es erst jetzt – 25 Jahre später – wieder. Ich hätte wohl strukturiertes Aufbautraining und Atemphysio gebraucht, was ich aber nicht wusste. 

 

Verzweiflung im Yoga…

Als ich begonnen habe, Yoga zu üben, hab ich mich immer auf den Pranayama-Teil mit den Atemübungen gefreut. Wie gesagt: Zwerchfell hüpfen lassen – kein Problem, das konnte ich! Wechselatmung fand ich sehr angenehm. Ungefähr zeitgleich war ich bei meiner ersten Tauchtauglichkeitsuntersuchung. Im Rahmen dieser Untersuchung wird regelmäßig eine Spirometrie gemacht, bei der die Vitalkapazität der Lunge gemessen wird. Mein Wert lag 2008 bei 83%, was mich damals nicht beunruhigt hat, schließlich hat mein Arzt gesagt, dass erst ein Wert unter 70% besorgniserregend sei. Und ich hatte ja keinen Vergleichswert. Jetzt im Nachhinein finde ich es schon wild – ich war da erst 26. 

Ich habe erst zu zweifeln begonnen, als ich während der Yogalehrer:innen-Ausbildung Übungen kennengelernt habe, bei denen ich die Luft anhalten sollte. Während alle gemütlich mir friedlichem Gesichtsausdruck die Atempause genossen haben, sind mir teilweise die Tränen gekommen, weil ich es einfach nicht konnte. Die Übungen wurden aber auch nicht didaktisch aufgebaut, sodass man das Luftanhalten erlernen konnte. Es gab auch keinen Weg, wie es gehen könnte. Es wurde einfach nur “abgeprüft” und vorausgesetzt, dass es funktioniert – wie so oft im Yoga. 

 

 … und beim Tauchen

Hier wiederum ungefähr zeitgleich hat sich in meinem Tauchclub eine Apnea-Szene gebildet. Apnoe-Taucher:innen sind die Taucher:innen, die mit einem Atemzug möglichst lang, tief oder weit tauchen. Viele wollten mich fürs Apnoetauchen motivieren und hatten hohe Erwartungen. Als Yogalehrerin müsste ich doch ewig die Luft anhalten können. Naja, denkste. Zusätzlich zu einer gewissen Kurzatmigkeit kam, dass ich mich beim Meditieren meistens auf den Atem konzentriere, um mich zu entspannen. Jetzt sollte ich unter Wasser entspannen, aber ich konnte nicht atmen! Sehr frustrierend. 

Zu der Zeit habe ich auch Yoga für Apnoetaucher:innen unterrichtet. Überflüssig zu sagen, dass die alle die Luft länger anhalten konnten als ich. Ich konnte trotzdem helfen! Meine Aufgabe war es, mehr Feinheit und Bewusstsein in die damals teilweise recht brutale Übungsweise zu bringen. Meine Schützlinge haben zu dem Zeitpunkt die Atemtechniken aus Büchern und von (nicht in Breathwork ausgebildeten) Menschen gelernt. Das war schräg! Inzwischen hat sich in der Apnea-Szene auch mega viel getan.

 

Endlich Fortschritt!

Inzwischen ist in der psychospirituellen Szene der Begriff “Breathwork” aufgetaucht und ich habe immer mehr unterschiedliche Techniken und Varianten kennengelernt, geübt und unterrichtet. Außerdem habe ich mir alle Bücher über Breathwork gekauft und gelesen, die ich finden konnte. Kann sein, dass ich das immer noch mache… Während der Pandemie hat sich meine eigene Praxis noch einmal vertieft: Ich habe fast jeden Tag in der Früh am Balkon mit Anleitung Breathwork geübt. 

Ich habe den Boltscore kennengelernt (wie lange man ohne große Vorbereitung nach der Ausatmung die Luft anhalten kann), erfahren, wie man die CO2-Toleranz erhöhen kann, dass ich doch nicht nur durch die Nase atme, wie ich glaube, … und endlich hat sich auch meine Fitness verbessert und: meine Vitalkapazität. Mein Arzt sagt, ich hätte Luft wie ein Wasserbüffel. Was auch immer das bedeutet, aber ich denke, es ist seine Variante von “viel”. 😉

Seit ca. 3 Jahren gebe ich jetzt Workshops und Kurse zum Thema Breathwork und freue mich sehr über die Rückmeldungen der Teilnehmer:innen. Die positiven Effekte, die ich merke, nehmen auch viele andere wahr: Manche berichten, dass sie besser schlafen, weniger Asthma-Symptome haben, länger laufen, besser meditieren können, … Und ich komme immer wieder zum Schluss, dass der Atem ein mächtiges und unterschätztes Instrument ist – wir sollten ihn viel mehr für unser Wohlbefinden nützen!

 

Hier eine kleine Aufgabe für Dich:

Beobachte Deinen Atem mehrmals im Laufe des Tages. Es dauert nur ein paar Minuten und kann aber so aufschlussreich sein! Am besten stellst Du Dir einen Timer, z.B. um 7:30 Uhr, 10:30 Uhr, 13:00 Uhr, 16:00 Uhr und 20:00 Uhr. Natürlich kannst Du Deinen Atem auch mehrere Tage hintereinander beobachten. Du kannst Dir folgende Fragen stellen und die Antworten natürlich auch gerne in ein Notizheft schreiben (vielleicht mach ich einmal eine Vorlage dazu ;-)):

* Wie fühlst Du Dich?
* Atmest Du jetzt durch die Nase oder durch den Mund?
* Spürst Du gerade, dass sich die Bauchdecke mit der Atmung hebt und senkt?
* Spürst Du gerade, dass sich der Brustkorb weitet? Wo genau?
* Wie fühlt sich Dein Atem gerade an?

Viel Freude beim Ausprobieren!

PS: Schau Dir auch gerne meine anderen Blogartikel zum Thema Breathwork an!
PPS: Unter dem Reiter „Veranstaltungen“ findest Du das aktuelle Angebot, falls Du Deine Breathwork-Reise mit mir beginnen möchtest!

Die Methoden von Breathwork

Die Methoden von Breathwork

Yoga_Dvigrad-2-scaled Die Methoden von Breathwork

Gerade wurde mir wieder ein Breathwork-Angebot in meinen Insta-Feed gespült, das ich für sehr gefährlich halte. Breathwork ist ein ebenso breites Feld wie Yoga – es gibt ganz viele unterschiedliche Techniken. Damit Du Dich besser im Atem-Dschungel orientieren kannst, versuche ich, ein bisschen Struktur ins Angebot zu bringen.

Ich komme am besten damit zurecht, die momentan kursierenden Techniken in drei große Bereiche einzuteilen:

  1. Physiotherapie
  2. Traumatherapie
  3. Pranayama

Es gibt natürlich noch weitere Techniken und die Grenzen sind wohl teilweise verschwimmend. Aber zuerst mal ein bisschen mehr zu den einzelnen Bereichen.

 

Physiotherapie

In der Physiotherapie geht es darum, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Gesundheit wieder zu erlangen, schmerzfrei zu sein und ihren Alltag gut meistern zu können. Was den Atem betrifft, kommt das z.B. nach Operationen oder Krankheiten zum Tragen. Wenig hilfreiche Atemmuster werden dann mit Hilfe der therapeutischen Übungen verbessert und die Patienten können ihr Lungenvolumen länger erhalten. Das bedeutet nicht nur, dass sie schneller wieder fit werden, sondern auch allgemein Lebensqualität. Wenn das Atmen schmerzt oder man dauerhaft das Gefühl hat, zu wenig Luft zu kriegen, ist das schließlich wirklich sehr beeinträchtigend.

Um Euch hier einen guten Einblick geben zu können, habe ich uns eine Gastautorin organisiert! Sie arbeitet sowohl als Physiotherapeutin als auch als Yogalehrerin viel mit dem Atem und wird uns in einem der nächsten Blog-Artikel aus Profi-Sicht erklären, wie die Physiotherapie hier wirken kann. 

 

Traumatherapie

In der Traumatherapie werden Atemechniken teilweise dafür verwendet, starke Emotionen zu provozieren, diese aus dem Körper zu lösen und dann therapeutisch aufzuarbeiten. Da die Techniken einfach sind (z.B. langes Hyperventilieren zu intensiver Trommelmusik), wird dabei die Aufgabe des/der Therapeuten/in oft übersehen oder/und unterschätzt. Trainer:innen glauben, dass sie nach einer kurzen (oder ohne) Ausbildung Menschen wirklich in diesem Prozess begleiten können. 

Früher sind viele Menschen betrunken mit dem Auto gefahren und es ist vergleichsweise wenig passiert. Das kann aber nicht das Argument sein, jetzt noch betrunken zu fahren und sich selbst und andere zu gefährden. Nur weil viele Teilnehmer:innen keine Probleme nach dem Hyperventilieren haben, bedeutet das nicht, dass nichts passieren kann. 

Langes Hyperventilieren kann retraumatisieren, dissoziative Zustände und psychotische Episoden auslösen. Ich weiß von Menschen, die nach einer intensiven Einheit “Conscious connected breath” lange (mehrere Monate) nicht arbeiten konnten, weil sie retraumatisiert wurden. Von Menschen, die wochenlang verwirrt waren, weil sie das Erlebte nicht einordnen konnten. Von Menschen, die sogar noch begleitet wurden, deren Zustand sich aber durch die Gespräche mit unqualifizierten Trainer:innen noch verschlechtert hat. 

Wenn Du diese Techniken ausprobieren möchtest, frage nach der Intensität! Wenn Du keine Herausforderungen mit Deiner mentalen Gesundheit kennst, 30 Minuten sanfte Musik gespielt wird und Du z.B. mit einer Fantasiereise begleitet wirst, die sich auf das Erleben von Positivem fokussiert, kann das tolle Effekte haben, ist aber relativ (!) ungefährlich. Sobald die Musik das Erleben verstärken soll und es das Ziel ist, dass Du starke Emotionen hast oder sogar Trauma getriggert wird, achte auf die langfristige Begleitung durch ausgebildete Psychotherapeut:innen.

 

Pranayama

Pranayama – das Lenken und Vermehren von Prana (= Lebenskraft) – sind die Atemübungen im Yoga. Diese sind größtenteils recht sanft. Das Problem daran: Ein Mensch, der seinen Körper nicht gut wahrnehmen kann, wird bei sanften Techniken trotz der positiven Effekte auf den Körper eher nicht dran bleiben, weil er diese nicht spürt und vielleicht glaubt “es bringt nix”.  

Starke Techniken bedeuten dann aber wieder ein gewisses Risiko, dafür kann man eher Veränderung der körperlichen und/oder geistigen Empfindung wahrnehmen. Das ist für mich übrigens auch der Grund, warum das System von Wim Hof so gut ankommt. Es ist eine relativ starke Technik, die von Bhastrika (einer Atemübung, die wir aus dem Yoga kennen) ausgeht. Die Effekte sind für sehr viele Menschen deutlich spürbar. Die sanften Techniken hingegen bringen immer Vorteile für den Körper, brauchen aber mehr Sensibilität, um wahrgenommen zu werden.  

Die Atemübungen im Yoga sind für Menschen gedacht, die ihre Gesundheit erhalten oder noch verbessern möchten. Da zähle ich mich dazu und konnte tatsächlich super Ergebnisse bei der Tauchtauglichkeitsuntersuchung erzielen, die ich regelmäßig machen muss. Von 87% Vitalkapazität (das ist – einfach gesagt – die Luft, die die Lunge auf einmal verarbeiten kann) im Jahr 2008 auf 110% bei der letzten Untersuchung im August 2024.

 

Warum ist es notwendig, Breathwork in Bereiche einzuteilen? Ich sehe es als problematisch an, dass der Begriff so unterschiedliche Methoden und Ziele beinhaltet. Im Endeffekt weiß man nie, was man kriegt, wenn man einen “Breathwork-Workshop” bucht. Und ich hab dafür leider auch keine Lösung, außer den Rat: Lies’ Dir gut durch, was der Inhalt des Workshops ist und wie der/die Trainer:in arbeitet. Lass’ Dich nicht von Versprechungen und fancy Begriffen zu Dingen verleiten, die Du gar nicht möchtest. Achte gut auf Dich! 

Weniger „weg von“, mehr „hin zu“

Weniger „weg von“, mehr „hin zu“

Design-ohne-Titel Weniger "weg von", mehr "hin zu"

Auf dem Weg der Persönlichkeitsentwicklung habe ich etwas Nützliches gelernt: Mein Gehirn wird mein Leben lang lernen. Das bedeutet für mich als Sprachen-Nerd natürlich, dass ich – solange es geht – weitere Sprachen lernen werde. Aber nicht nur das: Mein Gehirn kann auch neue Denkmuster lernen. Das möchte ich für mich nützen – Du vielleicht auch?

 

Wenig nützliche Denkmuster

Ich habe nämlich einige Denkmuster, die wenig hilfreich sind. Z.B., dass ich oft auf das fixiert sind, von was ich weg möchte. Ich möchte weg von schlechten Gewohnheiten, weg von Menschen, die mich nicht respektvoll behandeln, weg vom Schulsystem, das Jugendliche klein hält.

 

Die westliche Yogaszene

Diese Einstellung äußert sich auch so, dass ich hier auf meinem Blog versucht bin, mich über die westliche Yogaszene aufzuregen. Meiner Meinung nach wird das Potenzial von Yoga für den einzelnen Menschen verkannt und stattdessen eine Marktetingmaschinerie in Gang gesetzt. So ist es üblich, 100 Euro für Yoga-Leggings zu bezahlen, Yoga mit Hundewelpen zu üben und Follower zu anzulocken, indem man sich auf Instagram verbrezelt, den Po in die Kamera hält oder sich regelmäßig beim Weinen filmt.

 

Konzentration auf das Negative – “weg von”

Aber was würde das bringen? Meine Gedanken würden hauptsächlich um das kreisen, wovon ich weg möchte. Ich wäre mit negativen Dingen beschäftigt und könnte mich nicht mit meinen Visionen und Träumen auseinandersetzen. Durch diese mentale Last hätte ich den Kopf nicht frei. Du kommst nicht von etwas weg, an das Du dauernd denkst!

 

Konzentration auf das Positive – “hin zu”

Da mich der Fokus auf das Negative nicht weiterbringt, versuche ich mein Gerhirn also mit positiven Denkmustern zu füttern. Ich konzentriere mich daruf, wo ich hin möchte.

Ich denke darüber nach, wie ich mein Leben gestalten, was ich geben und aufbauen möchte. Ich frage mich, welche Beziehungen ich führen möchte und wie meine Umgebung aussehen soll. Und: Wie möchte ich denn eigentlich sein?

 

“Hin zu” im Yoga-Business

Auch im Business-Kontext ist es wichtig zu wissen, wo ich hinmöchte. Wie möchte ich mit Yoga arbeiten? Mit welchen Menschen möchte ich arbeiten und wie kann ich sie am besten ansprechen? 

Es reicht nicht, zu denken: “Menschen wollen flexibel bleiben und sich zu möglichst wenig verpflichten. Daher hab ich es schwer mit meinen Yogakursen, weil so viele Menschen erst kurzfristig zusagen und dabei habe ich den Workshop schon abgesagt.” Es muss auch das sein: “Wie kann ich die Menschen dazu bringen, längerfristig Bescheid zu geben? Wie kann ich mein Angebot anpassen, dass kurzfristige Buchungen für mich nervlich und finanziell möglich sind? Wie kann ich dem Zeitgeist entsprechen ohne meine Werte zu vernachlässigen?”

Und wie Du am Foto einer Video-Planung siehst, passiert es mir immer wieder, dass ich in einem „Weg-von“-Modus lande. Irgendwie fällt mir das (noch) leichter! Zum Glück fällt es mir dann auf und ich kann mich korrigieren.

 

Verdrängen oder anschauen

Mehr “hin zu” statt “weg von” soll natürlich kein Aufruf dazu sein, etwas zu verdrängen! Natürlich gibt es einen Grund dafür, dass ich mich z.B. immer noch zu viel vergleiche und damit auch viel entdecke, was ich nicht möchte. Aber das bearbeite ich in einem Rahmen, der mich dabei unterstützt, diese Gedankenmuster Stück für Stück loszulassen. Wenn ich im Alltag merke, dass ich “old neurology” mache, z.B. vor dem Einschlafen, schiebe ich es aber auch mal weg und konzentriere mich auf meine Vision vom Leben im Olivenhain.

 

Falls Du gerne Journaling-Fragen beantwortest, hier ein paar Impulse:

Wovon möchtest Du weg?
Brauchst Du eventuell Unterstützung von außen?
Wie kann diese aussehen?

Wo möchtest Du hin?
Wie möchtest Du leben?
Welchen Werten möchtest Du noch mehr Gewicht geben?
Wie kann das gehen?
Wie soll Dein Alltag aussehen?
Wie sollen Deine Beziehungen aussehen?Welche gesunden und nützlichen Gewohnheiten möchtest Du gerne etablieren?
Was kann Dir dabei helfen?
Wie möchtest Du sein?
Was kannst Du jetzt gleich erledigen, um dem näher zu kommen?

Journaling-Fragen zu beantworten und in ein Heft zu schreiben, kann sehr hilfreich sein. Vorausgesetzt, Du schreibst gerne! Wenn Du mit der Hand schreibst, ist es noch effektiver, aber Du kannst die Antworten natürlich auch in ein Dokument am Computer tippen, wenn Dir das lieber ist. Du könntest während des Schreibens Erkenntnisse haben und legst den Fokus (vor allem bei den letzten 9 Fragen) eben genau auf das „Hin-zu“.

Wenn Du Deine Erkenntnisse teilen möchtest, schreib mir gerne ein Email an info@lenayoga.at! Ich freue mich immer über Austausch!

Yoga ist mehr als Asanas

Yoga ist mehr als Asanas

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In den letzten Wochen sind mir ganz viele Themen für Blog-Artikel eingefallen. Sie haben nicht direkt mit Asanas und dem Yogabild zu tun, das man im Westen oft präsentiert bekommt. Deshalb brauchen die Artikel, die sich momentan in der gedanklichen Pipeline befinden oder in einem Ordner auf ihre Veröffentlichung warten, ein bisschen Erklärung.

 

Yoga ist mehr als Asanas

Viele Yogalehrer:innen sagen, dass Yoga mehr sei als Asanas (= Yogapositionen). Dieser Meinung bin ich auch, aber wenn ich früher nachgefragt habe, habe ich oft wenig befriedigende Antworten bekommen. Ich verstehe, dass es schwierig ist, etwas so Großes in Worte zu fassen – auch mir fällt es schwer. Aber ich versuche es:

Yoga ist nicht nur das Üben von Asanas. Dem Yoga liegen bestimmte Werte zugrunde, z.B. Nicht-Stehlen oder Selbststudium. Dafür gibt es Belege, die ca. 2000 Jahre alt sind. Wer den Yogaweg wählt, wählt in einer gewissen Weise auch diese Werte. Es ist ein Weg der Persönlichkeitsentwicklung. Asanas sind ein Teil davon – im Idealfall bereiten sie das Gefäß (den Körper und den Geist) darauf vor, dass (Selbst-)Erkenntnis möglich ist. Ein Mensch, der Yoga übt, muss nicht perfekt sein und auch nicht täglich bei Sonnenaufgang meditieren. Er muss sich nicht auf eine bestimmte Art kleiden oder etwas Bestimmtes (nicht) essen.  

Es reicht aus (und das ist gleichzeitig auch mega viel), das im einzelnen Moment Beste für ein respektvolles Miteinander mit allen Wesen und Ressourcen auf dieser Erde zu geben. Dazu gehört auch, gut für sich selbst zu sorgen.

 

Mein Lieblingsmantra

Daher mag ich dieses Mantra so sehr: Lokah samastah sukhino bhavantu. (Mögen alle Lebewesen dieser Erde frei und glücklich sein. Manchmal gibt es noch den Zusatz: … und möge ich mit meinen Gedanken, Worten und Taten dazu beitragen.)

Wenn man sich umsieht, ist der Weg dahin, dass alle Lebewesen auf dieser Erde frei und glücklich sind, natürlich noch sehr weit. Wer weiß, ob es überhaupt möglich ist, dieses Ziel zu erreichen!? Ich habe für mich entschieden, dass ich mit Hilfe von Yoga zumindest versuchen möchte, meinen Teil dazu beizutragen.

 

Fragen über Fragen:

Allein aus diesen Überlegungen ergeben sich schon ganz viele Fragen:

  • Warum bereiten Asanas “im Idealfall” Körper und Geist auf Erkenntnis vor? Ist es also nicht immer so? Was braucht es dafür?
  • Was ist denn dieses „Bild von Yoga im Westen“?
  • Geht es allen Yogaübenden so, dass sie nach einer bestimmten Zeit mehr über diese Werte und den tieferen Sinn von Yoga nachdenken?
  • Wie kann mich Yoga dabei unterstützen, mit den Herausforderungen des Lebens zurecht zu kommen?
  • Gibt es eine Yogapolizei, die vorgibt und überprüft, was man darf und was nicht?
  • Wie kann eine Yogapraxis aussehen, wenn ich nicht jeden Tag um 5:00 Uhr meditieren möchte? Was sagt da die Yogapolizei dazu?
  • Wie kann ich meine Persönlichkeitsentwicklung mit Hilfe von Yoga fördern?
  • Kann Yoga jede andere Bewegungspraxis ersetzen?
  • Was kann ich (im Kleinen) tun, um für ein respektvolles Miteinander zu sorgen?
  • Was sind Mantren? Wie wirken sie? Wer übersetzt sie? Wer erfindet die Melodien, in denen sie gesungen werden?
  • Wie kann man den Mittelweg zwischen diesem eigentlich leisen Yogaweg und Marketing, das es im Westen braucht, um mehr Menschen zu erreichen, schaffen? Ist das (k)ein Widerspruch?
  • Wie können die oben genannten Werte auch dabei helfen, für möglichst viele Menschen hilfreiche Umgangsformen zu haben?

 

Das ist eine Auswahl der Themen, die mich umtreiben und zu denen ich gerne Blog-Artikel schreiben würde. Wenn Dich Fragen davon interessieren, schreib mir gerne ein Mail! Und wenn Du weitere Fragen hast, sag auch gerne Bescheid. Ich denke gerne über diese Dinge nach – es ist für mich ein Teil des oben genannten Selbststudiums, mich damit auseinander zu setzen. 

Wenn Du schon Yoga übst oder sogar Yogalehrer:in bist: Ist Yoga für Dich mehr als Asanas und wenn ja, wie erklärst Du das?


Hab eine feine Zeit!
Liebe Grüße, Lena.

 

Yogaroutine im Urlaub

Yogaroutine im Urlaub

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Zuhause ist es für manche einfacher, eine regelmäßige Yogapraxis zu etablieren. Da gibt es ohnehin Routinen, in die man Yoga einweben kann. Wenn das einmal geschafft ist, kommt sicher eine Änderung daher und man fährt z.B. auf Urlaub. Was tun?

 

Weiterüben

Einige Spezialisten für Morgenroutinen berichten davon, dass interessierte Menschen fragen, ob sie denn im Urlaub auch ihre Routine durchführen müssen. Die Yogaroutine soll ja gut tun und positive Auswirkungen haben – warum also müssen? Im Urlaub ist endlich Zeit dafür, die Routine mit Genuss in der Langversion zu genießen! Es kann aber ein bisschen Vorbereitung notwendig sein, um das auch wirklich machen zu können.

 

Kommunikation ist alles

Wenn Du nicht alleine reist, sprich mit Deinen Mitreisenden schon vor der Reise und erkläre ihnen, dass Du gerne eine bestimmte Zeit des Tages für Yoga nützen möchtest. Vielleicht tut es ihnen ja auch gut und Ihr übt gemeinsam? Vielleicht übst Du lieber alleine, dann ist das auch in Ordnung. Falls Du auf Unverständnis triffst, finde ich das Argument, dass Du nach dem Yoga wahrscheinlich gelassener, ganz bei Dir und offener für andere Menschen bist, super! Denn dann kommt es ja auch weniger zu Differenzen und Ihr könnt eher Eure wertvolle Verbindung spüren und die gemeinsame Zeit genießen. Wer will das nicht?

 

Vorbereitung

Überlege Dir im Vorhinein, was Du am Urlaubsort brauchen wirst, um Deine Routine beizubehalten. Hier ein paar Gedanken:

  • Brainstorme, wie Deine Routine im Urlaub aussehen soll. Wann möchtest Du üben? Was? Wie lange? Wenn Du jemand bist, der/die schnell zu viel Druck empfindet, plane auch Pausen ein! Mach Dir Deine Routine wirklich so, wie sie am besten für Dich durchführbar ist.
  • Vielleicht möchtest Du Dir noch eine leichte Reiseyogamatte besorgen, die Du gut in Dein Gepäck integrieren kannst.
  • Du könntest Dir schon im Vorhinein eine Übungsfolge zusammenstellen, bei der Du flexibel z.B. auf harten Boden reagieren kannst. 
  • Vielleicht magst Du Dir Deine Lieblingszählhilfe für Sonnengrüße, eine kleine Kerze (Streichhölzer nicht vergessen! ;-)) oder eine Yogafigur mitnehmen, sodass Du beim Üben gleich das Gefühl hast, an DEINEM Yoga-Ort zu sein.
  • Wenn Du gerne mit Musik übst, spiel Dir Deine Lieblingslieder aufs Handy und nimm Dir Kopfhörer mit, die Dir beim Yogieren nicht aus den Ohren purzeln.
  • Wenn Du gerne mit anderen Menschen gemeinsam übst, such Dir eine/n Rechenschaftspartner:in, dem/der Du jedesmal ein Foto schickst, wenn Du übst.

 

Durchführung

Bleib locker! 🙂 Vielleicht ist es aufgrund einer spontanen Programmänderung nicht möglich, Deine Yogapraxis zum geplanten Zeitpunkt zu machen. Manchmal passieren eben unvorhersehbare Dinge! Schau einfach, ob Du zu einem anderen Zeitpunkt im Laufe des Tages auf die Yogamatte hüpfen kannst. Oder Du kürzt Deine Praxis einmal und machst einfach nur zwei Sonnengrüße. Oder Du nimmst Dir Zeit für ein paar tiefe Atemzüge. Wenn Du es erzwingst, Deinen Plan einzuhalten, führt das zu mehr Stress – das brauchst Du weder in Deinem Alltag noch im Urlaub.

 

Viel Freude beim Üben – zu Hause und anderswo!

 

Liebe Grüße,

Lena.



Ab auf’s Wasser!

Ab auf’s Wasser!

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Langsam werden die Seen wieder wärmer und wir können wieder Yoga am Stand Up Paddle Board üben! 

Für Anfänger:innen geeignet

Für SUP Yoga muss man weder yoga- noch paddel-erfahren sein. Zu Beginn einer SUP Yoga-Stunde erkläre ich für diejenigen, die noch nie auf einem SUP gestanden sind, wie man paddelt und was man dabei beachten muss. Die Boje, an der wir uns festmachen, liegt ganz nah am Ufer, sodass man auch ganz gemütlich sitzend oder kniend dorthin kommen kann und im Notfall auch schnell wieder zurück ist.

 

Die Wetterfrage

Die Workshops können fast immer stattfinden, außer bei starkem Regen, Kälte oder bei Gewitter. Ich passe die Übungen an, sodass die Wahrscheinlichkeit ins Wasser zu fallen kleiner ist, wenn das Wetter schlecht ist, und größer ist, wenn es recht heiß ist. Dann freuen sich ohnehin alle über Abkühlung. 

Wenn Du mit dem SUP unterwegs bist, beachte unbedingt: Das Thema Sicherheit ist am Wasser noch einmal wichtiger als an Land. Unterschätze den Einfluss von kaltem Wasser auf Deinen Körper nicht, achte auf eine gute, Deinem Niveau und dem Wetter angepasste Ausrüstung (auch Kleidung) und behalte die Gegebenheiten im Auge. Informiere Dich umfassend und bilde Dich u.a. in Bezug auf Rettungstechniken weiter!

 

Vorteile von SUP Yoga

SUP Yoga hat viele Vorteile gegenüber dem Yoga auf der Matte an Land. Dadurch, dass der Körper durchgehend das Gleichgewicht halten möchte, wird die skelettnahe Muskulatur trainiert. Das kann eine aufrechte Haltung unterstützen. 

Das Gehirn programmiert natürlich mit und schafft durch diese vielleicht neue Aktivität neue Neuronenverbindungen und lernt. 

Außerdem wird durch das Üben am Wasser der ventrale Vagusnerv aktiviert, der für Entspannung zuständig ist. Ganz viele berichten, dass sie die Schlussentspannung mit dem Schaukeln auf den Wellen als besonders beruhigend empfunden haben. Falls Dich das eher abschreckt, weil Du leicht seekrank wirst, kannst Du hier natürlich auch jederzeit sitzen bleiben! 

 

SUP Yoga mit Lena

Sobald das Wasser warm genug ist (ca. 18 Grad) und das Wetter passt, geht’s los! Da das Wetter im Salzkammergut oft schwer vorhersehbar ist, lege ich nicht im Vorhinein Termine für den ganzen Sommer fest, sondern kommuniziere diese einige Tage vorher über eine Newsletter-Liste und eine Whats-App-Gruppe. Du kannst Dich ein und austragen, wie Du möchtest. Hier der Link zur Liste und zu mehr Info:

Im Laufe des Sommers werde ich öfter über SUP Yoga schreiben – sag gerne, wenn Dich ein Thema besonders interessiert. Ich lasse es nach Möglichkeit gern einfließen.

Ich freue mich auf’s gemeinsame Yogieren und eventuell ins Wasser Purzeln!

Liebe Grüße,

Lena.

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